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Woran du vor dem Leasingvertrag denken musst: Kosten, Risiken und Tipps

Woran du vor dem Leasingvertrag denken musst: Kosten, Risiken und Tipps

KamilyaKamilya

Woran du vor dem Leasingvertrag denken musst: Kosten, Risiken und Tipps

Wer ein neues Fahrzeug fährt, ohne den Kaufpreis aufgebracht zu haben, hat in vielen Fällen geleased, weil das Modell planbare Monatsraten bietet und kein grosses Kapital bindet. Was die Prospekte dabei gern ausblenden: Was passiert, wenn bei der Rückgabe mehr Kilometer auf dem Tacho stehen als vereinbart, oder wenn die Kaskoversicherung nach einem Totalschaden weniger erstattet als die noch offene Leasingschuld? Diese Fragen sollten vor dem Unterschreiben beantwortet sein.

Was ist ein Leasingvertrag?

Leasing räumt das Nutzungsrecht an einem Objekt, häufig einem Fahrzeug oder einer Maschine, für eine vereinbarte Laufzeit ein, ohne dass Eigentum übergeht. Der Leasinggeber bleibt Eigentümer, der Leasingnehmer zahlt monatliche Raten und gibt das Objekt am Ende der Laufzeit entweder zurück oder übernimmt es zu einem vorab definierten Preis.

Das Kilometerleasing legt bei Vertragsabschluss eine maximale Jahresfahrleistung fest, wobei Mehrkilometer einen definierten Aufpreis kosten und weniger gefahrene Kilometer anteilig erstattet werden. Beim Restwertleasing wird ein prognostizierter Fahrzeugwert am Laufzeitende vereinbart, und der Leasingnehmer trägt die Differenz, falls der tatsächliche Marktwert darunter liegt, was bei Fahrzeugen mit hohem Wertverlust zu einer schwer vorhersehbaren Nachzahlung führen kann.

Die wichtigsten Vertragsbestandteile

Leasingverträge sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, unterscheiden sich aber in den Details erheblich, weshalb ein Vergleich, der nur auf die Monatsrate schaut, in die Irre führt.

Leasingrate und effektiver Jahreszins (EALR)

Der massgebliche Vergleichswert zwischen Angeboten ist der effektive Jahreszins (EALR), der nach dem Konsumkreditgesetz für jedes Leasingangebot ausgewiesen werden muss und alle Kostenbestandteile einschliesst. Ein Angebot mit niedriger Monatsrate und hohem EALR kann über die Gesamtlaufzeit teurer ausfallen als ein Vertrag, der monatlich etwas mehr kostet.

Eine hohe Vorauszahlung senkt die Monatsrate, verbessert aber nicht die eigene Position im Schadensfall, weil die Kaskoversicherung bei Diebstahl oder Totalschaden nur den Zeitwert erstattet und eine fehlende GAP-Deckung die Differenz zur offenen Leasingschuld zur privaten Angelegenheit macht.

Vollkaskoversicherung und GAP-Deckung

Eine Vollkaskoversicherung ist bei praktisch allen Schweizer Leasingverträgen Pflicht, weil das Fahrzeug juristisch dem Leasinggeber gehört, und die Kosten variieren je nach Fahrzeug, Selbstbehalt und Anbieter erheblich.

Die GAP-Versicherung deckt die Lücke zwischen dem Kaskowert des Fahrzeugs und der noch ausstehenden Leasingschuld, die nach ein bis zwei Jahren Nutzung oft erheblich ist, weshalb bei hochpreisigen Modellen und langen Vertragslaufzeiten auf diese Deckung kaum verzichtet werden sollte.

Kilometerklausel und Mehrkilometerkosten

Mehrkilometerpreise klingen pro Kilometer gering, summieren sich aber über eine mehrjährige Laufzeit bei konsequenter Überschreitung schnell auf mehrere hundert Franken, weshalb ein grosszügiger bemessener Kilometerrahmen bei Vertragsabschluss die günstigere Wahl ist.

Risiken und Kostenfallen, die der Vertrag nicht gross druckt

Die Monatsrate steht im Angebot immer gross und fett, aber was im Kleingedruckten steht, entscheidet am Ende oft mehr darüber, wie teuer der Vertrag insgesamt wird.

Vorzeitige Vertragsauflösung

Ein vorzeitiger Ausstieg aus einem Leasingvertrag ist möglich, kostet aber regelmässig deutlich mehr als nur die verbleibenden Raten, weil der Leasinggeber seinen kalkulierten Gewinn für die gesamte Laufzeit einplant. Eine vertragliche Ausstiegsklausel kann helfen, kommt aber selten vor und muss bei Vertragsabschluss aktiv verhandelt werden.

ZEK-Eintrag und Kreditwürdigkeit

Leasingverträge werden in der Schweiz bei der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) registriert und gelten als offene Konsumkreditverpflichtung, was die Kreditwürdigkeit für weitere Finanzierungen wie Hypotheken beeinflussen kann.

Steuerliche Aspekte für Selbstständige und Unternehmen

Für Selbstständige und Unternehmen sind Leasingraten bei geschäftlicher Nutzung als Betriebsausgaben abzugsfähig, wobei bei gemischter Nutzung der anteilige Geschäftsanteil gilt und die MWST-Behandlung je nach Kanton und Rechtsform variiert.

Sieben Dinge, die vor dem Vertragsabschluss zu klären sind

Angebote sollten über den EALR verglichen werden, nicht über die Monatsrate, weil identische Raten bei unterschiedlichem Jahreszins über eine lange Laufzeit erhebliche Kostenunterschiede bedeuten können.

Den Kilometerrahmen lieber etwas grosszügiger wählen als zu knapp, weil die Mehrkosten einer höheren Pauschale bei Vertragsabschluss geringer ausfallen als Mehrkilometerkosten bei der Rückgabe.

Den Fahrzeugzustand bei Übergabe lückenlos dokumentieren, am besten mit Fotos mit Zeitstempel und einem unterschriebenen Übergabeprotokoll, weil bei der Rückgabe mündliche Absprachen erfahrungsgemäss nicht viel zählen.

Die Rückgabebedingungen bereits bei Vertragsabschluss lesen und klären, was als normale Abnutzung gilt und was als Mangel gewertet wird, um nicht am Ende für Dinge zu zahlen, die zum regulären Fahrbetrieb gehören.

Die Vollkaskoversicherung separat vergleichen, weil Leasinggeber in der Regel einen Partnerversicherer empfehlen, der nicht zwingend das günstigste Angebot für die eigene Situation darstellt.

Bei hochpreisigen Fahrzeugen und langen Laufzeiten eine GAP-Versicherung prüfen, weil die Differenz zwischen Kaskowert und offener Leasingschuld im Schadensfall erheblich sein kann.

Die Ausstiegskonditionen konkret erfragen, also was ein Ausstieg nach 12 und nach 24 Monaten kostet, denn wenn ein Anbieter auf diese Frage keine klare Antwort geben kann, ist das bereits eine Antwort.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Kilometerleasing und Restwertleasing?

Beim Kilometerleasing wird eine maximale Jahresfahrleistung vereinbart, was die Kosten planbar hält. Beim Restwertleasing hängt die Abschlussabrechnung vom tatsächlichen Marktwert ab und kann im schlechten Fall zu einer deutlichen Nachzahlung führen.

Kann ich einen Leasingvertrag vorzeitig auflösen?

Eine vorzeitige Auflösung ist möglich, kommt aber selten günstig, weil der Leasinggeber seinen kalkulierten Gewinn über die gesamte Laufzeit einpreist, und die genauen Kosten sollten deshalb vor Vertragsabschluss schriftlich festgehalten sein.

Brauche ich für ein Leasingauto eine Vollkaskoversicherung?

In der Schweiz schreiben nahezu alle Leasinganbieter eine Vollkaskoversicherung vor, weil das Fahrzeug rechtlich beim Leasinggeber bleibt.

Was ist der EALR und warum ist er wichtiger als die Monatsrate?

Der effektive Jahreszins (EALR) bildet alle Kosten eines Leasingvertrags ab und muss nach dem Schweizer Konsumkreditgesetz ausgewiesen werden. Zwei Angebote mit gleicher Monatsrate können sich im EALR stark unterscheiden, was über die Gesamtlaufzeit entscheidend ist.

Wirkt sich ein Leasingvertrag auf meine Kreditwürdigkeit aus?

Leasingverträge werden bei der ZEK registriert und gelten als offene Konsumkreditverpflichtungen, was die Chancen auf weitere Finanzierungen beeinflussen kann und deshalb in die Entscheidung einbezogen werden sollte.

Fazit: Was vor dem Leasingvertrag wirklich zählt

Leasing passt nicht zu jeder Lebenssituation und ist für jemanden, der regelmässig wechseln möchte und kein Kapital binden will, eine vernünftige Option, für jemanden, der langfristig Eigentum aufbauen will, über die Jahre aber in der Regel teurer als ein Kauf.

Die häufigsten Kostenfallen entstehen durch mangelnde Vorbereitung: unterschätzte Kilometerleistungen, fehlende GAP-Deckung, eine Vollkaskoversicherung beim Leasinggeber statt unabhängig verglichen, Rückgabebedingungen, die erst beim Termin gelesen werden.

Beim Angebotsvergleich entscheidet der EALR mehr als die Monatsrate, und die Klauseln zu Mehrkilometern, Rückgabe und vorzeitiger Auflösung mehr als alles andere, weil genau dort die versteckten Kosten entstehen. Wer diese Punkte vor dem Unterschreiben klärt und mindestens drei Angebote vergleicht, ist deutlich besser aufgestellt.

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